Sony schliesst das Entwicklerstudio Bluepoint Games. Das bestätigte ein Sony-Sprecher gegenüber Bloomberg. Rund 70 Mitarbeitende verlieren ihren Job – keine fünf Jahre nachdem Sony das texanische Studio übernommen hatte.
Von gefeierten Remakes zum Stillstand
Bluepoint Games hatte sich mit hochqualitativen Remakes wie «Shadow of the Colossus» und «Demon’s Souls» einen exzellenten Ruf erarbeitet. Die technische Kompetenz des Studios war in der Branche weithin anerkannt. Seit der Übernahme durch Sony im Herbst 2021 brachte Bluepoint allerdings kein eigenes Spiel mehr auf den Markt. Das Studio war zwar an «God of War: Ragnarök» beteiligt, die Federführung lag jedoch bei Sony Santa Monica.
Live-Service als Stolperstein
Den Ausschlag für die Schliessung gab offenbar ein gescheitertes Live-Service-Projekt im «God of War»-Universum, das Bloomberg zufolge bereits im Januar eingestampft worden war. Ein Muster, das sich bei Sony wiederholt: Auch Firewalk Studios wurde 2024 geschlossen, nachdem der Online-Shooter «Concord» spektakulär gefloppt war. Beide Studios arbeiteten an Live-Service-Games – einem Genre, das gegen etablierte Grössen wie «Fortnite» und «League of Legends» bestehen muss.
Wie bereits bei der letzten State of Play deutlich wurde, setzt Sony weiterhin auf grosse Blockbuster-Titel. Die wiederholten Studioschliessungen zeigen aber auch, dass Sonys Strategie bei Live-Service-Spielen bislang nicht aufgeht. Für die talentierten Entwickler von Bluepoint ist das ein bitteres Ende – und für die Gaming-Community der Verlust eines Studios, das wie kaum ein anderes Klassiker ins moderne Zeitalter übersetzen konnte.