Disney geht gegen Bytedance vor: KI-Tool Seedance erzeugt unerlaubt Star-Wars-Clips

Kevin Kyburz
16. Februar 2026
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Disney greift durch: Der Unterhaltungsriese hat dem TikTok-Mutterkonzern Bytedance ein Unterlassungsschreiben geschickt – wegen dessen neuem KI-Videogenerator Seedance 2.0. Der Grund: Die Software erzeugte ohne Erlaubnis Videoclips mit Figuren aus Disney-Franchises wie Star Wars und dem Marvel-Universum.

Von Tom Cruise bis Darth Vader

Seedance 2.0 sorgte diese Woche für Aufsehen, als ein KI-generierter Clip die Hollywood-Stars Tom Cruise und Brad Pitt in einer Kampfszene auf einem Hausdach zeigte – in erstaunlich realistischer Qualität. Kurz darauf tauchten auch Clips mit Star-Wars- und Marvel-Charakteren auf. Laut einem Bericht von Axios reagierte Disney umgehend mit einem Unterlassungsschreiben.

Charles Rivkin, Chef des US-Branchenverbands Motion Picture Association (MPA), forderte Bytedance zudem öffentlich auf, Urheberrechte zu wahren.

The Ultimate Seedance 2 Cinematic Multiverse | Star Wars, Matrix, Marvel & Crossovers

KI-Videos werden immer besser – und problematischer

Der Fall zeigt ein wachsendes Dilemma der KI-Videobranche: Die Qualität der generierten Clips steigt rasant, doch die rechtlichen Grundlagen hinken hinterher. Google hat mit Veo 3 einen eigenen Videogenerator am Start, und OpenAI bietet mit Sora 2 ein Modell an, bei dem sich Nutzer sogar selbst in Clips einbauen können.

Der Unterschied: Disney hat OpenAI eine offizielle Lizenz zur Nutzung seiner Charaktere erteilt und sogar eine Milliarde Dollar in das Unternehmen investiert. Bytedance hat keine solche Vereinbarung – und genau das wird jetzt zum Problem.

Netflix gibt sich gelassen

Nicht alle in Hollywood sehen die Entwicklung als akute Bedrohung. Netflix-Inhaltechefin Bela Bajaria kommentierte den viralen Cruise-Pitt-Clip gegenüber CNBC nüchtern: Es sei zwar eine «coole Actionszene», aber «nicht wirklich das, was Leute mit Geschichten verbindet». Emotionen und echtes Storytelling könne man nicht ersetzen.

Einordnung

Der Fall Disney vs. Bytedance dürfte erst der Anfang sein. Solange KI-Videogeneratoren keine robusten Content-Filter für urheberrechtlich geschützte Figuren einbauen, werden solche Konflikte zunehmen. Spannend ist dabei die Doppelstrategie von Disney: Einerseits verklagt man unerlaubte Nutzung, andererseits lizenziert man die eigenen Marken an zahlungswillige KI-Firmen. Das Geschäftsmodell der Zukunft zeichnet sich ab – und es heisst: Wer zahlt, darf spielen.

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Kevin Kyburz

Geschrieben von Kevin Kyburz

Kevin Kyburz ist seit einem Jahrzehnt als Blogger unterwegs und darf seine Meinung zu aktuellen Tech-Themen auch mal im Radio oder in Tageszeitungen unterbringen. Als ehemaliger Kolumnist für eine grosse Pendlerzeitung hat er ein Gespür für technische Fragen von Lesern entwickelt und versucht diese so gut wie möglich zu klären. Wenn er nicht gerade mit Technik beschäftigt ist, widmet er sich der Natur und der Fotografie.

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