China verbietet Yoke-Lenkräder ab 2027 – Tesla und Co. müssen umrüsten

Kevin Kyburz
17. Februar 2026
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Das futuristische Yoke-Lenkrad, wie man es aus dem Tesla Model S oder dem Cybertruck kennt, hat bald ein Ablaufdatum – zumindest auf dem grössten Automarkt der Welt. Chinas Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) hat einen neuen Sicherheitsstandard veröffentlicht, der ab dem 1. Januar 2027 faktisch alle halben Lenkräder aus Neuwagen verbannt.

Sicherheit schlägt Design

Der Hintergrund ist nicht ästhetischer Natur, sondern handfeste Physik. Der neue nationale Standard GB 11557-202X schreibt Aufpralltests an zehn spezifischen Punkten des Lenkradkranzes vor – darunter die 12-Uhr-Position. Bei einem Yoke-Lenkrad existiert dieser obere Bereich schlicht nicht, womit eine Zertifizierung unmöglich wird.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Laut Unfallstatistiken hängen 46 Prozent aller Fahrerverletzungen direkt mit dem Kontakt zum Lenkmechanismus zusammen. Ein klassisches rundes Lenkrad bietet dabei eine deutlich grössere Fläche, um die Aufprallenergie zu verteilen. Bei einem halben Lenkrad besteht die Gefahr, dass der Oberkörper des Fahrers bei einem Unfall über das abgeflachte Rad hinweg in Richtung Armaturenbrett geschleudert wird.

Auch Airbags machen Probleme

Neben den Crash-Tests bereitet auch die Airbag-Entfaltung Sorgen. Durch die unregelmässige Form der Yoke-Designs lässt sich das Verhalten des Airbags schwerer vorhersagen. Es besteht das Risiko, dass er unter oder über den Kopf des Fahrers rutscht, statt ihn frontal aufzufangen. Der neue Standard verbietet zudem explizit harte Teile, die bei der Airbag-Auslösung auf Insassen gerichtet sein könnten.

Wer ist betroffen?

Tesla hat das Yoke-Design im Model S und Model X populär gemacht und bietet es dort als Option für rund 1000 Dollar an. Aber auch chinesische Marken wie IM Motors sowie Lexus setzen auf die halben Lenkräder. Für bereits zugelassene Modelle gilt eine Übergangsfrist von 13 Monaten – spätestens Anfang 2028 dürfen keine Neuwagen mit Yoke mehr ausgeliefert werden.

Praktisch kennen viele Tesla-Fahrer das Problem ohnehin: Beim Rangieren oder in engen Kurven greift man mit einem Yoke-Lenkrad gerne mal ins Leere. Nur Fahrzeuge mit Steer-by-Wire-System wie der Cybertruck umgehen das Problem, weil kein physischer Durchgriff mehr nötig ist – doch auch dort bleibt das Crash-Test-Problem bestehen.

Ein Muster wird erkennbar

Es ist nicht das erste Mal, dass China modernes Autodesign zugunsten der Sicherheit reguliert. Zuvor wurden bereits versenkbare Türgriffe eingeschränkt, weil sie im Notfall die Rettung von Insassen erschweren können. Die Botschaft aus Peking ist klar: Funktionale Sicherheit geht vor Design-Spielereien.

Spannend wird, ob andere Märkte nachziehen. In Europa und den USA sind Yoke-Lenkräder bisher nicht explizit verboten, stehen aber ebenfalls in der Kritik. Wer sich für die aktuellen Entwicklungen rund um Tesla interessiert, findet bei uns weitere Einordnungen.

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Kevin Kyburz

Geschrieben von Kevin Kyburz

Kevin Kyburz ist seit einem Jahrzehnt als Blogger unterwegs und darf seine Meinung zu aktuellen Tech-Themen auch mal im Radio oder in Tageszeitungen unterbringen. Als ehemaliger Kolumnist für eine grosse Pendlerzeitung hat er ein Gespür für technische Fragen von Lesern entwickelt und versucht diese so gut wie möglich zu klären. Wenn er nicht gerade mit Technik beschäftigt ist, widmet er sich der Natur und der Fotografie.

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