Block streicht 4.000 Stellen: Dorsey setzt auf KI statt Köpfe

Kevin Kyburz
28. Februar 2026
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Jack Dorsey, Gründer von Twitter und CEO des Finanzdienstleisters Block, entlässt rund 4.000 Mitarbeiter. Das entspricht etwa einem Drittel der gesamten Belegschaft. Der drastische Schritt betrifft die Sparten Square und Cash App — und Dorsey begründet ihn mit einer Wette auf künstliche Intelligenz.

Lieber ein grosser Schnitt als permanente Unsicherheit

Dorsey wählte bewusst einen radikalen Ansatz. Statt über Monate hinweg scheibchenweise Stellen abzubauen — wie es Microsoft mit seinen wiederkehrenden Entlassungsrunden praktiziert — will er mit einem einzigen Schnitt Klarheit schaffen. Das sei besser als permanente Entlassungen, die das gesamte Unternehmen lähmen, so Dorseys Argumentation.

Die Logik dahinter: Block will sich radikal auf KI-gestützte Prozesse umstellen. Positionen, die sich automatisieren lassen, werden gestrichen. Das freigewordene Budget fliesst in KI-Infrastruktur und eine kleinere, technisch versiertere Belegschaft.

Ein Muster wird sichtbar

Blocks Massenentlassung reiht sich in einen branchenweiten Trend ein. Erst kürzlich erklärte Spotify-Co-CEO Gustav Söderström, dass seine besten Entwickler keinen Code mehr schreiben — weil KI-Tools das übernehmen. Die Botschaft ist überall dieselbe: KI ersetzt nicht nur repetitive Aufgaben, sondern ganze Jobprofile.

Für Block kommt der Schritt zu einem heiklen Zeitpunkt. Das Unternehmen kämpft mit wachsender Konkurrenz im Zahlungsverkehr — von etablierten Playern wie PayPal bis zu Neobanken wie Revolut, die in den US-Markt drängen. Cash App, einst ein Wachstumsmotor, hat an Dynamik verloren.

Dorsey: Vom Social-Media-Pionier zum Fintech-Sanierer

Jack Dorsey hat sich in den letzten Jahren zunehmend von Social Media abgewandt. Nach dem Verkauf von Twitter an Elon Musk konzentriert er sich auf Block — und auf sein Steckenpferd Bitcoin. Zuletzt machte er mit Bitchat Mesh, einem dezentralen Offline-Messenger, Schlagzeilen.

Die 4.000 Entlassungen zeigen aber auch: Dorseys Führungsstil bleibt kontrovers. Grosse Visionen gepaart mit schmerzhaften Einschnitten — das kennt man von ihm seit den Twitter-Jahren.

Einordnung: Disruption auf dem Rücken der Belegschaft

4.000 Menschen verlieren ihren Job, damit ein Algorithmus ihre Arbeit übernimmt. Das ist die unbequeme Realität der KI-Revolution — nicht in einer dystopischen Zukunft, sondern jetzt, im Februar 2026. Ob Blocks Wette aufgeht, wird sich zeigen. Dass es menschlich teuer wird, steht bereits fest.

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Kevin Kyburz

Geschrieben von Kevin Kyburz

Kevin Kyburz ist seit einem Jahrzehnt als Blogger unterwegs und darf seine Meinung zu aktuellen Tech-Themen auch mal im Radio oder in Tageszeitungen unterbringen. Als ehemaliger Kolumnist für eine grosse Pendlerzeitung hat er ein Gespür für technische Fragen von Lesern entwickelt und versucht diese so gut wie möglich zu klären. Wenn er nicht gerade mit Technik beschäftigt ist, widmet er sich der Natur und der Fotografie.

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