Warren Buffetts Investmentfirma Berkshire Hathaway hat im vierten Quartal 2025 erneut Apple-Aktien verkauft. Wie aus einem SEC-Filing bei Reuters hervorgeht, trennte sich die Firma von vier Prozent ihrer Apple-Anteile. Der verbleibende Apple-Anteil war zum Zeitpunkt des Berichts dennoch rund 62 Milliarden US-Dollar wert – und bleibt damit Berkshires grösstes Einzelinvestment.
Buffett im Ruhestand, aber Apple bleibt
Ob der mittlerweile 95-jährige Buffett selbst an der Verkaufsentscheidung beteiligt war, ist unklar. Seit dem 1. Januar 2026 führt Greg Abel Berkshire als CEO, während Buffett als Chairman im Verwaltungsrat bleibt. Buffett hatte 2016 erstmals in Apple investiert und das iPhone einmal als «aussergewöhnliches Produkt» bezeichnet, das die Leute einfach nicht abgeben wollten. 2023 hielt Berkshire noch 5,6 Prozent an Apple.
Amazon-Aktien noch härter getroffen
Während der Apple-Verkauf mit vier Prozent moderat ausfiel, ging Berkshire bei Amazon deutlich aggressiver vor: Satte 77 Prozent der rund 10 Millionen Amazon-Aktien im Portfolio wurden im selben Quartal veräussert. Das ist bemerkenswert, zumal Amazon erst kürzlich Walmart als umsatzstärkstes Unternehmen der Welt abgelöst hat.
Überraschend: Berkshire kauft die New York Times
Zu den Gewinnern im Portfolio gehört dafür ein ungewöhnlicher Neuzugang: Berkshire kaufte knapp fünf Millionen Aktien der New York Times im Wert von rund 350 Millionen Dollar. Ein überraschendes Investment, nachdem die Firma 2020 aus dem Zeitungsgeschäft ausgestiegen war.
Einordnung
Berkshires schrittweiser Rückzug aus Apple läuft bereits seit einigen Quartalen. Dass die Firma trotzdem 62 Milliarden Dollar in Apple-Aktien hält, zeigt: Es geht um Portfolio-Rebalancing, nicht um einen Vertrauensverlust. Die Apple-Aktie steht aktuell bei einem Unternehmenswert von knapp 3,8 Billionen Dollar. Spannender ist der massive Amazon-Abverkauf – und die Frage, ob die neue Berkshire-Führung unter Greg Abel andere Schwerpunkte setzt als der Altmeister.