Apple prüft offenbar, künftig Speicherchips von den chinesischen Herstellern CXMT und YMTC zu beziehen. Hintergrund ist die anhaltende Knappheit und die steigenden Preise bei DRAM- und NAND-Flash-Chips auf dem Weltmarkt.
Chinesische Chips für den chinesischen Markt
Wie Heise berichtet, dürften die Chips zunächst in iPhones, iPads und MacBooks verbaut werden, die Apple in China verkauft. Besonders spannend: Bei aktuellen iPhones sitzen die LPDDR5X-SDRAM-Chips nicht einfach auf der Platine, sondern zusammen mit dem SoC-Die in einem gemeinsamen Gehäuse – CXMT müsste also seine Chips direkt an TSMC liefern, wo sie mit den Apple-Prozessoren verbunden werden.
Nicht das erste Mal
Schon 2018 gab es Spekulationen über YMTC-Flash in iPhones. 2022 entschied sich Apple dagegen – unter anderem wegen des Risikos eines US-Embargos. Angesichts der aktuellen Chip-Knappheit könnte die US-Regierung aber Importbestimmungen lockern, was den Weg für chinesische Zulieferer ebnen würde.
Warum der Markt angespannt ist
Die drei grossen DRAM-Hersteller Samsung, SK Hynix und Micron widmen immer mehr Kapazitäten dem hochprofitablen High Bandwidth Memory (HBM) für KI-Beschleuniger. Das verschärft die Knappheit bei herkömmlichem Arbeitsspeicher. CXMT hat im November 2025 erstmals eigene LPDDR5X-Chips demonstriert und wird auf unter 5 Prozent des DRAM-Weltmarkts geschätzt – grösser als die taiwanischen Hersteller.
Auch bei NAND-Flash sieht es ähnlich aus: YMTC-Speicher wird bereits international verbaut, etwa bei Teamgroup-SSDs. Neben Apple erwägen offenbar auch Dell und HP den Einkauf bei CXMT. Die Botschaft ist klar: Der geopolitische Druck weicht der wirtschaftlichen Realität – zumindest dort, wo es um den chinesischen Markt geht.