RTL hat die geplante Übernahme von Sky Deutschland offiziell bei der Europäischen Kommission angemeldet. Damit startet die wettbewerbsrechtliche Prüfung eines Deals, der den deutschen Streaming-Markt grundlegend verändern könnte.
11,5 Millionen Abonnenten unter einem Dach
RTL hatte im Sommer 2025 angekündigt, Sky Deutschland vom US-Konzern Comcast übernehmen zu wollen. Zusammengerechnet kämen RTL+ und Sky auf rund 11,5 Millionen zahlende Abonnenten. Das würde RTL hinter Netflix und Amazon Prime Video zur drittgrössten Streaming-Kraft in Deutschland machen.
RTL-Deutschland-Chef Stephan Schmitter soll Geschäftsführer des gemeinsamen Unternehmens werden. Man sei zuversichtlich, die wettbewerbsrechtliche Genehmigung zu erhalten und die Transaktion im ersten Halbjahr 2026 abzuschliessen, liess RTL verlauten.
Sportrechte als Trumpfkarte
Besonders brisant: Sky hält Übertragungsrechte für die Fussball-Bundesliga und die Formel 1. Kombiniert mit RTLs eigenen Sport- und Unterhaltungsinhalten entsteht ein Paket, das in Deutschland kaum ein Konkurrent bieten kann. Für Konsumenten könnte das bedeuten: weniger Abos für mehr Inhalte — oder höhere Preise bei weniger Wettbewerb.
Mega-Deals verändern die Medienlandschaft
Die RTL-Sky-Übernahme reiht sich in eine Serie von Mega-Deals in der Medienbranche ein. Erst kürzlich stimmte Warner Bros. Discovery einer Übernahme durch Paramount zu. Die Konsolidierungswelle zeigt: Im Kampf gegen die US-Streaming-Giganten setzen europäische Medienhäuser auf Grösse statt Nische.
Einordnung: Chance oder Risiko?
Die EU-Kommission wird genau prüfen müssen, ob ein RTL-Sky-Gebilde den Wettbewerb im deutschen Streaming-Markt gefährdet. Gerade bei Sportrechten — wo Sky bereits eine dominante Stellung hat — dürfte Brüssel kritisch hinschauen. Für Zuschauer bleibt die entscheidende Frage: Wird ein vereintes RTL-Sky günstiger und besser — oder einfach nur teurer?