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Wie Tesla eine Flotte mit Millionen von «Robo-Taxis» aufbauen will

by Pascal Landolt 23. April 2019

«Es wird finanziell unsinnig sein, ein anderes Auto als einen Tesla zu kaufen»: Klare Worte von Elon Musk, dem CEO des Elektroauto-Herstellers aus Kalifornien.

Grund für Musks Überzeugung bei seinem Auftritt an einem Medienevent am Ostermontag: Tesla baut all seine Autos bereits jetzt mit der notwendigen Hardware für ein voll autonomes Fahren. Ab 2020 sollen auch Software und Legislation so weit sein, dass Teslas autonom – also ganz ohne Einwirken eines Lenkers – fahren können.

Tesla-Robotaxis als Alternative zu «Uber»

Dies soll nicht nur die Autofahrer entlasten und ihnen mehr Freiheiten bei ihrer täglichen Fahrt einräumen, Tesla stellt sich künftig gar eine Flotte von autonomen «Robo-Taxis» vor, die in direkter Konkurrenz zu Fahrdiensten wie «Uber» oder «Lyft» stehen sollen.

Auto bestellen und losschicken per Smartphone-App

Das Bestellen eines Tesla-Taxis sei dabei denkbar einfach und würde per Tastendruck in der Smartphone-App geschehen.

Einfach sei es auch für den Besitzer eines Tesla, sein Fahrzeug in der Zeit, in der er es nicht benötigt, diesem Pool von Taxis zur Verfügung zu stellen. Man könne sein Fahrzeug einfach per Tastendruck in die Flotte eingliedern, sodass es selbständig Fahrten erledige und dabei für seinen Besitzer Geld verdiene. Brauche man sein Auto selbst, rufe man es einfach wieder zu sich zurück.

Tesla Price Planning RoboTaxi Fleet

Betriebskosten von wenigen Cent pro Meile, eine lange Lebensdauer des Fahrzeugs und dazu der Einsatz als autonomes Taxi sollen den Besitz eines Tesla zur Wertanlage machen.

In Gegenden, wo die Nachfrage nach «Robo-Taxis» das Angebot von teilenden Tesla-Besitzern übersteige, plane der Hersteller zudem, selber Autos zur Verfügung zu stellen, die ausschliesslich als autonome Fahrzeuge zur Verfügung stehen. Längerfristig sollen rund 20 Millionen firmeneigene Teslas dafür auf den Strassen unterwegs sein.

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Besitz eines Tesla soll finanziell Sinn machen

Dies mache auch finanziell Sinn, wie Musk weiter betonte: Die Laufkosten für ein Elektroauto seien bedeutend niedriger als die eines Autos mit Verbrennermotor. Und bezüglich der Lebensdauer seiner Tesla-Elektroautos doppelte er gleich nach: Akkus, die ab 2020 in neuen Tesla-Fahrzeugen eingesetzt werden, seien auf eine Laufzeit von einer Million Meilen (= 1,6 Mio. Kilometer) ausgelegt.

Erst letzte Woche liess der Energie-Konzern verlauten, Chassis und Antriebseinheit von aktuellen Tesla Model S, Model X und Model 3 seien auf eine Laufzeit von einer Million Meilen ausgelegt, während die Akkus rund 300’000 – 500’000 Meilen (= 500 – 800’000 Km) durchhalten sollen. Die nun angekündigte Verdoppelung der Lebensdauer würde sich natürlich günstig auf Preis und Ökobilanz auswirken.

Das meint «Techgarage»

Mit seinem Plan für eine Roboter-Taxiflotte greift Musk natürlich nach dem «heiligen Gral» des Individualverkehrs: Potenziell könnten tausende Menschen nachhaltig, effizient und sicher transportiert werden. Die Techgarage ist hierbei noch vorsichtig optimistisch: Das Versprechen ist gross und einige Puzzleteile müssen noch eingefügt werden, bis das System funktioniert wie versprochen. 2020 scheint als Starttermin zudem sehr optimistisch. Und wie wir wissen, erfüllt Elon Musk seine Versprechen grundsätzlich, liefert aber bisweilen «etwas» später als angekündigt.

Ein Video mit dem aktuellen Stand der Selbstfahr-Fähigkeiten eines aktuellen Model 3 hat Tesla übrigens auf «YouTube» bereitgestellt:

 

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Pascal Landolt

Pascal Landolt

Pascal ist Tech-Enthusiast und begeisterter Storyteller – und als Mitgründer und Redaktor von Techgarage kann er diese beiden Passionen miteinander verknüpfen. Er lebt in Zug, aber eigentlich nennt er die ganze Welt sein Zuhause.

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1 Kommentar

  1. Carmi
    5 months ago

    Sehr interessanter Beitrag. Ich bin gespannt, wie sich das Ganze noch weiter entwickelt.

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