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Mein Berlin Marathon 2019 mit der Apple Watch Series 4: Ein Erfahrungsbericht

by Daniela Wildi 20. Oktober 2019
Happy Daniela Wildi Berlin Marathon 2019 Apple Watch Series 4

Kurz nach 10 Uhr ging es für mich los: Die Stimmung kochte, das Adrenalin schoss durch meinen Körper. Die gesamte Laufstrecke war dicht umringt von begeisterten Zuschauern, welche die Läufer eifrig anfeuerten. Ein unbeschreibliches Gefühl.
Beim diesjährigen Marathon in Berlin wurde ich von meiner Apple Watch Series 4 begleitet, welche meine Laufdaten während den 42.195 km festhalten sollte. Wie ihr ja bereits aus früheren Blog-Posts wisst, habe ich in den letzten Monaten intensiv für mein erstes Rennen über diese historische Distanz trainiert. An diesem 29. September 2019 habe ich schliesslich einen der sechs grössten Marathons der Welt, der sogenannten «Major Six», bewältigt.
In diesem Beitrag erfahrt ihr alles über meine Lieblings-Features der Series 4 während den Trainingseinheiten, zudem beantworte ich für euch die Frage, ob die Watch eine klassische Laufuhr ersetzen kann und ziehe schliesslich ein Fazit nach 6 aufregenden Monaten mit der Apple Watch Series 4.

Meine Lieblings-Features während der Trainingseinheiten

Daniela Wildi Berlin Marathon 2019 Finish Apple Watch Series 4

Über die Trainings-App von Apple konnte ich zu Beginn meiner Trainingseinheiten bestimmte Ziele wie Distanz und Geschwindigkeit festlegen. Auch die Grenzen der Herzfrequenz können eingestellt werden. Bei einer Über- oder Unterschreitung dieser voreingestellten Werte wird der Nutzer von seiner Apple Watch gewarnt.
Ausserdem erhält man während des Laufens Tempo-Hinweise, welche einen Geschwindigkeitsanstieg oder -abfall mitteilen. Auch die Kadenz, welche die Schritte pro Minute misst, wird angezeigt. Das Tempo des letzten gelaufenen Kilometers ist ebenfalls abrufbar. Während des Marathons habe ich jedoch keine spezielle Einstellung an der Uhr vorgenommen. Ich wollte mich hauptsächlich auf mein Gefühl verlassen.
Nach der Regeneration, bei der Auswertung meiner aufgezeichneten Daten von der Apple Watch, interessierten mich vor allem die Ergebnisse, wie schnell ich auf den einzelnen Kilometern unterwegs war. Auch die Herzfrequenz, die durch den elektrischen Herzsensor gemessen wurde, gab mir Aufschlüsse über meinen körperlichen Zustand während des Marathons.
Sehr praktisch finde ich auch die automatische Trainingserkennung. Durch die Bewegungssensoren der Apple Watch Series 4 erkennt die Uhr automatisch, wenn ich ein Training begonnen habe. Nach einigen Minuten meldet sich die Uhr mit einer Mitteilung «Training erfassen?», woraufhin ich mit einem einzigen Tippen direkt in die Trainingsaufzeichnung gelange. Angezeigt werden mir dann meine Daten seit Beginn meines Workouts, und nicht erst ab meiner Bestätigung – denn die Apple Watch hat meine Trainingszeit bis dahin bereits im Hintergrund getrackt.
Neben der automatischen Trainingserkennung ist auch eine Sturzerkennung implementiert. Diese nutzt ebenfalls Bewegungssensoren, um die typische Auffangbewegung während eines Sturzes zu erkennen. Leider wird die Funktion automatisch nur dann aktiviert, wenn man älter als 65 ist. Zum Glück lässt sich die Funktion aber auf Wunsch in der «Apple Watch App» unter «Notruf SOS» aktivieren.

Kann die Apple Watch Series 4 eine klassische Laufuhr ersetzen?

Daniela Wildi Berlin Marathon 2019 Brandeburger Tor Apple Watch Series 4

Und nun zur Frage aller Fragen für ambitionierte Läufer: Ersetzt die Apple Watch Series 4 eine klassische Laufuhr? Und genau hier kann ich euch noch keine finale Antwort geben. Ein pauschales Urteil ist nämlich nicht möglich: Es kommt auf die Anforderungen des Läufers drauf an. Doch wie sieht’s bei mir selber aus?
Inzwischen habe ich die Apple Watch seit etwa einem halben Jahr im Einsatz. Doch lässt sich auch mein Sportherz höherschlagen?
In Hinsicht auf den Tragekomfort bin ich mit dieser Apple Watch sehr zufrieden. Jedes von mir benutzte Armband sass optimal an meinem schmalen Handgelenk und konnte gut angepasst werden.
Die Akkulaufzeit liegt bei einem Outdoor-Workout mit GPS Aufzeichnung bei 6 Stunden. Bei einem Marathon macht also die Smartwatch nicht schlapp. Wenn ich keinen GPS-Betrieb benutze und weder Bluetooth–Kopfhörer noch andere externe Sensoren gekoppelt sind, dann beträgt die Akkulaufzeit laut Apple etwa 18 Stunden. Die Apple Watch muss also jeden Tag geladen werden, was mich nicht grundsätzlich stört. Im Gegensatz dazu hält der Akku bei anderen Laufuhren allerdings deutlich länger.
Leider gibt es bei der Series 4 Uhr noch keine Funktion, die es ermöglicht, Intervalle und Pausen zu programmieren. So war ich vor allem bei meinen Intervall-Trainings gefordert, das Training komplett im Kopf zu haben. Die Trainings App von Apple bietet keine Möglichkeit, Runden zu messen, da es nicht einmal einen Start/Stopp-Knopf dafür gibt. Ein manuelles Training ist im Moment somit leider nicht verfügbar. Die Adidas Running App bietet die Funktion zwar an, jedoch muss dort das iPhone dabei sein, was meiner Meinung nach auch nicht Sinn und Zweck der Sache sein kann.

Mein Fazit

Auf eine Apple Smartwatch will ich nicht mehr verzichten. Für eine Gelegenheitsläuferin wie mich, die eine Uhr sowohl für den Sport als auch im Alltag nutzen möchte, kann ich die Apple Watch sehr empfehlen. Die Uhr ist vielseitig und alltagstauglich. Als Smartwatch bietet sie ausserdem eine Reihe von Funktionen, die eine normale Laufuhr nicht bieten kann – vom Yoga-Training bis hin zum Training in einem Sportclub, wo die Uhr teilweise sogar mit den Geräten gekoppelt werden kann.
Anders als die meisten Laufuhren, welche zum Teil sehr klobig aussehen, wirkt die Apple Watch sehr elegant. Nach Lust und Laune kann ich die Armbänder wechseln und meinen Outfits anpassen. Allerdings gibt es noch Luft nach oben. Und zwar nicht nur bei deren Apps für ambitionierte Läufer, sondern wäre es doch auch an der Zeit, dass neben Apple Music noch weitere Musikdienste genutzt und deren Songs gespeichert und somit offline gehört werden können.


Berlin, du warst mir eine Freude. Ich bin meinen ersten Marathon in 4.03.27 Stunden gelaufen. Und nicht vergessen: Wer lacht, ist schneller im Ziel. Danke Berlin!

Daniela Wildi

Daniela Wildi

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