Google Stadia im Test – Die Gaming Konsole die du überall nutzen kannst

Lange Zeit war Google Stadia nur über Umwege mit VPN in der Schweiz nutzbar. Seit einigen Monaten findet man die Gaming-Konsole von Google auch bei uns im Handel. Techgarage konnte rund 3 Wochen Cyberpunk 2077, Star Wars Jedi: Fallen Order und Ghost Recon ausprobieren. Für wenn sich die Konsole eignet, gibt nun hier in unserem Review.

Hardware – So gut wie keine

Ewigkeiten lag bei mir eine Xbox 360 rum, welche nicht nur Platz gekostet hat, sondern auch durch die lange Ladezeit der Spiele praktisch nie genutzt wurde. Mit Google Stadia braucht man genau einen Controller und einen Bildschirm, auf dem ihr Spielen könnt. Nutzt man den Fernseher, braucht es einen Google Chromecast Ultra, der das Signal aus dem Internet auf den Fernseher überträgt. Spielt man hingegen auf dem iPad, iPhone oder Laptop, reicht ein Safari– oder Chrome Browser zum Spielen.

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Google Stadia iPad Pro

Das Konzept gefällt mir sehr gut, da ich bei einer Pause um Büro einfach rasch mein iPad aufklappe und eine Runde spiele.

Einzige Bedingung ist eine schnelle Internetverbindung, doch wer hat die heutzutage nicht in der Schweiz.

Spielerlebnis – Wahrscheinlich nichts für leidenschaftliche Gamer

Ich zähle mich persönlich defintiv nicht zu den Leidenschaftlichen Gamern. Früher mit der PlayStation 2, jeder Menge Zeit und vor allem meiner Meinung nach tollen Koop-Spielen (zb Herr der Ringe – Rückkehr des Königs) war dies noch etwas anders.

Als Leidenschaftlichen Gamer zähle ich hier Spieler, welche nicht nur gelegentlich spielen, sondern auch die, welchen dann auch jedes Pixel und somit die Grafik sehr wichtig ist. Diese Gamer kaufen sich dann einen Gaming-Computer wie die von ASUS, oder eine PlayStation bzw. Xbox, da diese Teils Bildraten von bis zu 120FPS bei einer 4K HDR Auflösung unterstützen.

Leider ist Google Stadia für diese Spieler nicht gemacht. Diese Aussage möchte ich hier mal so stehen lassen, ohne jetzt noch 100 weitere Reviews aufzuzählen, bei welchen dies bemängelt wird.

Google Stadia ist super, versteht mich nicht falsch. Der Spiel-Service eignet sich für Gelegenheitsspieler und für die, welche nicht die beste Grafik brauchen. Zwar betont Google, dass die Spiele 4K und HDR ready sind., jedoch braucht es dafür die perfekte Internet-Geschwindigkeit. Wenn diese dann gegeben ist, hinkt oft noch der Controller hinterher, weshalb man in diesem Sinn natürlich auf die Grafikleistung etwas verzichtet.

Bei meinem Test war ich sehr happy. Das Spielerlebnis war flüssig und da gab es nichts zu bemängeln. Die Grafik war meiner Meinung nach jetzt nicht so toll wie auf einer Nintendo Switch, aber auch nicht so schlecht, dass ich es als unscharf und mühsam empfand. Hier würde ich definitiv 8 von 10 Punkten vergeben, wenn ich dafür eine Skala aufstellen müsste.

Bei Google Stadia handelt es sich einfach um ein gestreamtes Videosignal, welches praktisch in Realtime auf den Google Servern bereitgestellt wird, je nachdem wie ihr euch im Spiel bewegt. Wer hier übrigens mit dem Controller von Google spielt, hat ein paar Millisekunden Vorsprung, da sich dieser über WLAN direkt mit dem Google Rechenzentrum verbindet, wodurch es keine grossen Verzögerungen bei den Bewegungen gibt.

Fazit

Google Stadia ist meiner Meinung nach gelungen. Es benötigt praktisch keine Hardware, welche man teuer dazukaufen muss und nimmt somit auch wenig bis keinen Platz weg. Auch wenn die Grafik für einige Gamer das wichtigste sein dürfte, richtet sich Google Stadia derzeit wohl an die Spieler, welche einfach gelegentlich mal eine runde zocken wollen und dabei nicht jedes Pixel und jede Bewegung eines Blattes oder Sandkorns genau dabei beobachten ob es perfekt ist.

Auch wenn Google Stadia vielleicht noch nicht zu 100 % ausgereift ist (Meiner Meinung nach sind wir bei 90 %), geht Gaming irgendwann noch mehr in die Cloud. Bei vielen Gaming-Konsolen spielt man schon seit Jahren in der Cloud, möchte man zusammen oder gegeneinander Spielen. Die klassischen Wohnzimmer Bilder wo 2-4 Personen zusammen vor einer Konsole sitzen, gibt es wohl noch mit der Nintendo Switch. Google hat mit Stadia hier den grossen ersten Schritt gemacht.

Preis und Verfügbarkeit

Google Stadia ohne Hardware lässt sich gratis nutzen. Wer am Fernseher spielen möchte, benötigt einen Chromecast Ultra den es ab CHF 87.50 zu kaufen gibt. Wer ein besseres Spielerlebnis möchte, sollte sich den Controller für CHF 79 dazukaufen. Als Kombi verkauft Google den Chromecast Ultra + den Controller für CHF 119.99.

Für CHF 11 pro Monat, erhaltet ihr Zugriff auf Stadia Pro, wodurch ihr Spiele in 4K und HDR spielen könnt. Weiter ist die Unterstützung von Dolby 5.1 dabei. Jeden Monat gibt es zudem gratis Spiele.

Einzelne Spiele wie z. B. Cyberpunk 2077 müssen dazugekauft werden für eine einmalige Gebühr.


1 Gedanke zu „Google Stadia im Test – Die Gaming Konsole die du überall nutzen kannst“

  1. Ich nutze Stadia seit der ersten Stunde in Deutschland, hatte mir dazu Ende 2019 DIE Founder’s Edition mit Chromcast Ultra und schwarzem Controller gekauft. Bis jetzt nie bereut. Habe einen 50Mbit/s DSL Anschluss, wo effektiv 40Mbit/s anliegen. Meistens klappt es damit, am TV in 4k HDR zu spielen. Bildqualität ist super, scharf und flüssig. Am Rechner im Chrome Browser bin ich auf Full HD begrenzt, weil ich nur einen entsprechenden Monitor habe. Hier nehme ich auch verstärkt Kompressionsartefakte wahr. Wer WQHD hat oder gar einen UHD Monitor, sollte auch am PC mit entsprechenden Auflösungen spielen können. Ich habe Tomb Raider, Human Fall Flat, The Division 2, Far Cry 5 und Cyberpunk 2077 durchgespielt. Weitere Spiele, die Teil des Pro-Abos sind, habe ich angespielt, u.a. Sniper Elite 4. Läuft alles grandios. Der Stadia Controller gefällt mir sehr, ist ergonomisch und liegt gut in der Hand. War schon immer ein leidenschaftlicher Gamer, angefangen mit Atarai VCS2600, über NES und Mastersystem II, Mega drive und SNES, PC, N64, GameCube, Playstation 3 und 4 usw. Aber ich brauche keine Konsole mehr oder einen Gaming PC. Stadia ist bequem und so einfach zu nutzen – kein Download der immer größer werdenden Spiele, keine Installationen vom Patches, bevor man losspielen kann (das hat mich zuletzt auf der PS4 sehr genervt), flexibler Wechsel des Ausgabegeräts (TV, Handy, PC/Laptop, Tablet), einfaches Screen-Capture (Standbild und die letzten 30s), erste Titel mit Cross-Play (z.B. The Division 2,wo man nicht nur mit anderen Stadia Spielern zusammenspielen kann, sondern auch mit regulären PC-Spielern) usw. Bin gespannt, was die Zukunft bringt,wenn erstmal regelmäßig Stadia-spezifische Spiele erscheinen, welche die Cloud-Architektur wirklich nutzen. Google hat ja eigene Spielestudios geschaffen. Es bleibt spannend. Und mit Nvidias GeForce Now, Amazons Luna und Microsofts xCloud gibt es ordentlich Konkurrenz, die ja bekanntlich das Geschäft belebt.

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