Facebook nutzt Benutzerdaten, um Rivalen zu bekämpfen und Freunden zu helfen

Facebook scheint es mit der Sicherheit von Daten sein Nutzer immer noch nicht ernst zu meinen. Wie ein geleaktes internes Dokument beweisen soll, das NBC News vorliegt, soll Mark Zuckerberg Nutzerdaten als Verhandlungsbasis nutzen, um freundlich gesinnte Unternehmen mit speziellen Zugängen zu belohnen und gleichzeitig feindlich eingestellte Firmen schlechter zu stellen.

Das fast 4’000 Seitige Dokument, zu dem E-Mails, Webchats, Präsentationen, Tabellenkalkulationen und Zusammenfassungen von Meetings gehören, zeigt, wie Zuckerberg zusammen mit seinem Vorstand und seinem Managementteam Wege gefunden hat, den Fundus an Benutzerdaten von Facebook – einschliesslich Informationen über Freunde, Beziehungen und Fotos – als Hebel gegenüber Unternehmen zu nutzen, mit denen er zusammenarbeitet.

In einigen Fällen belohnt Facebook bevorzugte Unternehmen, indem es ihnen Zugang zu den Daten seiner Nutzer gewährt. In anderen Fällen würde es konkurrierenden Unternehmen oder Anwendungen den Zugriff auf Benutzerdaten verweigern.

Amazon erhält mehr Nutzerdaten

Wie das Dokument zeigt, gewährte Facebook Amazon einen erweiterten Zugang zu Benutzerdaten. Dies, weil Amazon beim Start seines «Fire»-Smartphones viel Geld für Facebook-Werbung und eine enge Partnerschaft mit dem sozialen Netzwerk investierte.

Anderen Dienste wie zum Beispiel eine Messaging App, welche zu populär wurde, und somit als Konkurrenz gegenüber WhatsApp gesehen wurde, soll Facebook hingegen den Zugang zu Nutzerdaten gesperrt haben.

Lügt und betrügt Facebook nur noch?

Während dieses Dokument Daten aus mehreren Jahren aufweist, stellen wir uns die Frage, ob Facebook mit dessen Bemühungen für mehr Schutz unserer Daten nicht ganz die Warhreit sagt. Wenn man die jüngsten Ereignisse beachtet, stellt man fest, dass das Unternehmen versucht, einerseits an immer mehr Daten ranzukommen, jedoch gleichzeitig auch den Schutz dieser Daten nicht ernst genug zu nehmen scheint.

Die Dokumente zeigen, dass das Unternehmen im Gegensatz zu den öffentlichen Äusserungen von Facebook hinter den Kulissen mehrere Möglichkeiten entwickelt hat, um von Drittanwendungen eine Entschädigung für den Zugriff auf die Daten seiner Nutzer zu verlangen – darunter Direktzahlungen, Werbeausgaben und Vereinbarungen zum Datenaustausch. Obwohl es nicht ungewöhnlich ist, dass Unternehmen zusammenarbeiten, um Informationen über ihre Kunden auszutauschen, hat Facebook Zugriff auf sensible Daten, die viele andere Unternehmen nicht besitzen.

Ist es vielleicht wirklich Zeit, Facebook und Co. den Rücken zu kehren?

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Kevin Kyburz

Kevin Kyburz ist seit einem Jahrzehnt als Blogger unterwegs und darf seine Meinung zu aktuellen Tech-Themen auch mal im Radio oder in Tageszeitungen unterbringen. Als ehemaliger Kolumnist für eine grosse Pendlerzeitung hat er ein Gespür für technische Fragen von Lesern entwickelt und versucht diese so gut wie möglich zu klären. Wenn er nicht gerade mit Technik beschäftigt ist, widmet er sich der Natur und der Fotografie.

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