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Neuer Facebook-Datenskandal? Kritik an Zwei-Faktor-Authentifizierung

by Kevin Kyburz 4. März 2019

Der Blog «TechCrunch» berichtet von empörten Twitter-Nutzern, die Facebook ein falsches Spiel bei der Bitte um die Angabe der Telefonnummer für die Einrichtung der Zwei-Faktor-Authentifizierung vorwerfen.

Telefonnummer nicht als komplett privat einstellbar

Der Twitter-Nutzer Jeremy Burge macht darauf aufmerksam, dass Facebook im Rahmen der Zwei-Faktor-Authentifizierung behauptet habe, die Telefonnummer des jeweiligen Nutzers aus Sicherheitsgründen zu benötigen. Tatsächlich, so die Kritik von Burge, könne die hinterlegte Nummer aber zur Suche nach Profilen genutzt werden, ohne dass sich der Besitzer des mit der Telefonnummer verknüpften Profils gänzlich dagegen wehren könne.
Zwar sei es möglich, in den Einstellungen zu wählen, ob «Freunde», «Freunde von Freunden» oder «Alle» ein Profil dank Telefonnummer auffinden könnten. Man könne die Suchmöglichkeit über die Telefonnummer aber nicht komplett abstellen. Wer also seine Telefonnummer angegeben habe, könne den grösstmöglichen Schutz seiner Privatsphäre nur dadurch erreichen, dass er die Option «Freunde» in den Einstellungen auswählt.
Die Empörung auf Twitter liess nicht lange auf sich warten. Die Schriftstellerin und Technik-Expertin Zeynep Tüfekçi schrieb als Reaktion auf den Post von Jeremy Burge: «Sicherheit zur weiteren Schwächung der Privatsphäre zu nutzen, ist ein lausiger Zug – zumal Telefonnummern missbraucht werden können, um die Sicherheit zu schwächen.»

Telefonnummer nicht Pflicht für Zwei-Faktor-Authentifizierung

Allerdings gibt es bei Facebook seit einiger Zeit auch die Möglichkeit, eine Zwei-Faktor-Authentifizierung ohne vorherige Registrierung der Telefonnummer durchzuführen. Insofern hat man die Möglichkeit, die Verknüpfung von Telefonnummer und Facebook-Profil trotz Einrichtung der Zwei-Faktor-Authentifizierung zu vermeiden. Nach einem neuen Datenskandal beim sozialen Netzwerk Facebook sieht das Ganze also nicht aus.
Es könnte aber sein, dass die Zwei-Faktor-Authentifizierung ohne Telefonnummer nicht für jeden eine Lösung des Problems ist. Denn es gäbe laut «TechCrunch» Berichte von Menschen, die ihre Telefonnummer nie an Facebook übermittelt hätten und trotzdem sei die Nummer mit ihrem Konto verknüpft gewesen. Als Beispiel führt «TechCrunch» die Geschichte einer Redakteurin der Zeitung «The Telegraph» an. Sie schrieb im Jahr 2016: «Ich hatte Facebook meine Nummer nicht gegeben, wusste nicht, dass sie aus anderen Quellen gefunden wurde, und wusste auch nicht, dass sie verwendet werden konnte, um mich zu suchen.»

Kevin Kyburz

Kevin Kyburz

Kevin Kyburz gehört zu der Generation Y, welche mit einem Windows 95 Computer und der ersten PlayStation aufgewachsen sind.

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