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Facebook entfernt VPN-Schnüffel-App «Onavo Protect» aus Play Store

by Kevin Kyburz 24. Februar 2019

Der Blog «TechCrunch» berichtet, dass Facebook seine Datensammel-App «Onavo Protect» nicht länger im Google Play Store anbieten möchte. Der Facebook-Konzern ändere seine Strategie in Sachen Marktforschung.

Ab jetzt nur noch Daten gegen Geld?

Nutzer konnten und können die App «Onavo Protect» für den Aufbau eines Virtual Private Network (VPN) kostenlos verwenden, mussten sich im Gegenzug aber gefallen lassen, dass Facebook die über die App laufenden Datenströme analysiert. Zwar solle die App noch für einen begrenzten Zeitraum weiterfunktionieren, um Nutzern zu ermöglichen, sich eine Alternative zu suchen. Die bisher durch Facebook erfolgte Datenanalyse für Marktforschungszwecke würde aber bereits eingestellt werden. Ausserdem wurde die App bereits aus dem Google Play Store entfernt.
Anstatt kostenlose Apps zur Verfügung zu stellen, um im Gegenzug Daten sammeln zu können, wolle Facebook seine Marktforschungs-Strategie in Zukunft ändern. Gegenüber «TechCrunch» sagte ein Facebook-Sprecher: «Wir verlagern unseren Fokus auf die entlohnungsbasierte Marktforschung, was bedeutet, dass wir das Onavo-Programm beenden werden.» Das klingt danach, dass Forschungsteilnehmer in Zukunft mit Geld dafür bezahlt werden könnten, wenn sie ihre Daten gegenüber Facebook preisgeben.
Ausserdem würde Facebook keine neuen Nutzer mehr für seine umstrittene Datensammel-App «Research» anwerben. Zwar wurde dieser App bereits vor einigen Wochen das Zertifikat von Apple entzogen, auf Android-Geräten läuft die App aber noch.

«Onavo Protect» bereits aus App Store geflogen

Es ist nicht das erste Mal, dass die «Onavo Protect»-App in den Schlagzeilen ist. Im Jahr 2018 hatte Facebook die Schnüffel-App aus dem App Store zurückgezogen. Wie das «Wall Street Journal» berichtete, sei Facebook von Apple zur Entfernung aufgefordert worden, da die «Onavo Protect»-App gegen Apples Richtlinien zum Datensammeln verstossen habe.
Die Firma Onavo wurde von Facebook im Oktober 2013 gekauft und war schon damals darauf spezialisiert, den Datenverkehr von App-Nutzern zu analysieren. Nur fünf Monate nach dem Kauf von Onavo hatte Facebook den Instant-Messaging-Dienst WhatsApp gekauft. Die Nachrichtenseite «Buzzfeed» geht davon aus, dass der Grund für den WhatsApp-Kauf die erworbenen Datenanalyse-Fähigkeiten Onavos gewesen seien. An Hand der Onavo-Daten habe Facebook in WhatsApp eine Existenzbedrohung erkannt. Belegt wird das mit vertraulichen Grafiken zum Nutzungsverhalten von verschiedenen Messengern in jener Zeit.

Kevin Kyburz

Kevin Kyburz

Kevin Kyburz gehört zu der Generation Y, welche mit einem Windows 95 Computer und der ersten PlayStation aufgewachsen sind.

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