Das Ende der Face ID? Smartphone-Sperre bei falscher Bewegung möglich

Wie die «Washington Post» in ihrem Cybersecurity-Newsletter 202 berichtet, arbeite das US-amerikanische Verteidigungsministerium an einer neuen Methode zur Entsperrung beziehungsweise Sperrung von Smartphones.

Dabei würden mit Hilfe von Sensoren unter anderem der Gang des Nutzers und die Haltung des Handys geprüft, um zu entscheiden, ob ein Smartphone gesperrt wird oder entsperrt bleibt. Entsprächen die Bewegungen nicht dem persönlichen Bewegungsmuster des eigentlichen Telefon-Besitzers, würde das Gerät gesperrt werden und wäre damit sicher vor Missbrauch.

Der Test läuft

Die Sensoren, die für die Analyse der Bewegungs-Muster genutzt würden, seien bereits in aktuellen Smartphone-Chips verbaut, wie Steven Wallace, Wissenschaftler im Pentagon, gegenüber der «Washington Post» erklärte. Allerdings würden diese Sensoren derzeit nicht zu Sicherheitszwecken eingesetzt werden, sondern im Spiele-Bereich.

Das Pentagon arbeite mit einem namentlich nicht genannten Vertragspartner zusammen, um mit Hilfe der genannten Sensoren ein persönliches Bewegungs-Profil des Smartphone-Besitzers zu erstellen. Dabei würde ermittelt werden, wie sich der Nutzer bewegt, wenn er mit dem Telefon läuft, das Gerät aus der Tasche zieht oder auf dem Smartphone-Display tippt.

Jedes Mal wenn das Smartphone genutzt werde, würden die Bewegungen des jeweiligen Nutzers analysiert und ein benutzerspezifischer «Risiko-Score» erstellt werden, der sich aus einer Kombination von unterschiedlich gewichteten Bewegungs-Faktoren ergäbe. Sollte der errechnete Wert zu niedrig sein, würde das Telefon gesperrt werden. Das Pentagon teste die Bewegungs-Analyse bereits auf 50 Telefonen im eigenen Ministerium, schreibt die «Washington Post».

»Militär-Forschung hat auch das Internet und GPS gebracht

Die neue Entsperr-Methode, eigentlich müsste man Sperr-Methode sagen, solle andere Sicherheitssysteme ergänzen und nicht ersetzen. Es ginge dem Verteidigungsministerium der USA um eine zusätzliche Sicherheitsebene bei der Nutzung von Smartphones, wie man im Cybersecurity-Newsletter der «Washington Post» lesen kann.

Die Entsperrung mit Hilfe der Gesichtserkennung – etwa über die Face ID auf Apple-Geräten – wird also vermutlich auch bei zukünftigen Smartphones genutzt werden. Der letzte Schrei ist das Hand-ID-Verfahren beim LG G8, das auf dem diesjährigen «Mobile World Congress» in Barcelona (MWC 2019) vorgestellt wurde. Bei dieser Methode wird das Smartphone nur entsperrt, wenn die Venenstruktur der aufgelegten Hand mit dem hinterlegten Muster übereinstimmt.

Das Pentagon arbeite mit verschiedenen Computer-Chip-Herstellern und Smartphone-Entwicklern zusammen, damit die neue Bewegungs-Erkennungs-Technik auch im kommerziellen Bereich eingesetzt werden könne. Die Entwicklung von militärischen Anwendungen, die auch zivil genutzt würden, sei nichts Neues, gibt Steven Wallace im Cybersecurity-Newsletter der «Washington Post» zu bedenken und nennt beispielhaft Internet und GPS; beides Technologien, die für den militärischen Einsatz entwickelt worden sind und auch im nicht-militärischen Bereich zu enormen Entwicklungsschüben geführt haben.
Das neue Sicherheitsverfahren soll schon im Jahr 2020 für den zivilen Gebrauch auf Smartphones eingesetzt werden können.


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Kevin Kyburz

Kevin Kyburz ist seit einem Jahrzehnt als Blogger unterwegs und darf seine Meinung zu aktuellen Tech-Themen auch mal im Radio oder in Tageszeitungen unterbringen. Als ehemaliger Kolumnist für eine grosse Pendlerzeitung hat er ein Gespür für technische Fragen von Lesern entwickelt und versucht diese so gut wie möglich zu klären. Wenn er nicht gerade mit Technik beschäftigt ist, widmet er sich der Natur und der Fotografie.

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