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Microsoft überrascht mit neuem Foldable «Surface Neo» und dem Smartphone «Surface Duo»

by Kevin KyburzPascal Landolt 2. Oktober 2019

Am 2. Oktober hat Microsoft an seinem «Surface»-Event die neuesten Versionen seiner «Surface Laptop» und der «Surface Pro»-Serie vorgestellt. Auch ein neues «Surface Pro X» mit ARM-Architektur gesellt sich zum Line-Up und soll wohl Apples iPad Pro herausfordern.

Doch die richtige Überraschung wartete mit den gänzlich neuen, faltbaren «Surface Neo» und «Surface Duo» auf: Die Foldables in zwei Grössen sollen im Herbst 2020 erscheinen.

Surface Laptop 3 – Neu auch in 15-Zoll-Variante

Surface Laptop3 render leak

Als erstes stellt Panos Panay den neuen, überarbeiteten Microsoft Surface Laptop 3 vor.

Er vergleicht die neue Tastatur mit einer Klaviertastatur: «Echte Künstler brauchen gute Instrumente» – oh bitte, spricht hier wieder «Pathos» Panay? Anyway: Das Keyboard weist nun einen Druckweg von 1,3 Millimetern auf, was besonders längeres Arbeiten angenehmer machen soll. Passend dazu ist das Trackpad 20% grösser geworden.

Cool ist auch das Feature, dass sich das Surface Book mit nur einer Hand öffnen lässt: Bisher immer ein Kennzeichen für hohe Verarbeitungsqalität. Wir bei «Techgarage» schätzen dieses Detail auf jeden Fall.

Besonderes Augenmerk wurde auch auf die Reparaturfähigkeit des Surface Laptop 3 gesetzt: Er lässt sich in seine Einzelteile zerlegen und so beispielsweise die Festplatte schnell und simpel auswechseln.
Die Hülle des Surface Laptop 3 ist jetzt aus Aluminium gefertigt. Neu gibt es das Surface Laptop 3 in zwei Grössen: 13,5 und 15 Zoll.

Im Innern verrichtet ein Intel «Ice Lake»-Prozessor seinen Dienst, ergänzt mit einem «AMD Ryzen»-Grafikchip. Microsoft verspricht eine «ganztägige» Batterielaufzeit, und ein Schnellade-Verfahren soll dafür sorgen, dass das Gerät innert einer Stunde zu 80% geladen ist.

Das 13,5 Zoll erscheint am 22. Oktober zu einem Preis ab 999 US-Dollar, das 15-Zoll-Modell ebenfalls am 22. Oktober ab 1’199 Dollar.

Surface Pro 7 mit USB-C und Spracherkennung

Surface 7 Pro

Microsoft setzt immer stärker auf Spracheingaben: Die neuen «Studio Microphones» sind nicht nur im neuen Surface Laptop 3 eingebaut, sondern auch in den neuen Surface Pro 7. Sie sollen gesprochene Worte besonders gut erkennen und in Windows umsetzen.

Das Surface Pro wird so zu einem Gerät, das man auf mehrere Arten bedienen kann: Per Tastatureingabe, mit dem Stift oder eben – per Spracheingabe. A propos Stift: Die Handschrifterkennung scheint auch ein Upgrade erhalten zu haben.

Grosse Designanpassungen gab es im Vergleich zur Vorgänger-Variante kaum, jedoch ist nun (endlich) ein vollwertiger USB-C-Port dazugekommen. Die Konfigurationen bereits seit Tagen bekannt: Neben einer Version mit 8GB RAM Version gibt es auch eine 16 GB RAM-Version mit 128, 256 oder 512 GB SSD-Speicher.

Das neue Surface Pro 7 ist ab sofort vorbestellbar und beginnt bei einem Preis von 749 US-Dollar.

Neues Surface Pro X mit ARM- statt Intel-Chip

Panay spinnt den Faden weiter und wirft die Frage in den Raum: «Was ist die logische Evolution der portablen Geräte?». Und liefert gleich die Antwort: Eine Smartphone-Architektur mit PC-Funktionen.

Microsoft Surface Pro X

Das neue «Surface Pro X» von Microsoft läuft auf einer ARM-Chiparchitektur. Das wäre also das «iPad Pro für Windows».

Das Resultat ist ein erstaunlich dünnes Surface Pro mit mehreren USB-C-Ports, einer Fast-Charging-Fähigkeit, einer LTE-Datenverbindung, dem neuen Microsoft SQ-1-Prozessor, einem 13” Bildschirm und einem neuen «Surface Slim Pen», der clever in der aufklappbaren Tastatur versteckt ist.

Auch beim Surface Pro X lässt sich die Harddisk ganz einfach austauschen. Das Gerät ist an der dünnsten Stelle 5,3 Millimeter dünn, es wiegt 760 Gramm. Der Bildschirm löst dabei mit 2880 x 1920 Pixeln auf. Auf den ersten Blick würden wir behaupten: Es ist das «iPad Pro» von Microsoft.

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Microsoft hat für dieses Gerät einen eigenen Chip entwickelt: Basierend auf dem Snapdragon von Qualcomm – damit hat Microsoft erstmals ein Tablet mit ARM-Architektur. Das bedeutet kurz zusammengefasst: Geräte werden dünner, leichter, mit längerer Batterielaufzeit und mehr Leistung.

Die Browser Edge und Chrome sollen auf dem Surface Pro X problemlos laufen, ebenfalls ein vollständiges Windows 10.

Das Surface Pro X lässt sich ab sofort vorbestellen und soll dann «im November» erscheinen.

«One more Thing»: Die nächste Evolution – Surface Neo

Als Vorschau zum Abschluss stellt Panay noch ein Gerät vor, das sich offenbar noch früh in seinem Entwicklungsstadium befindet. Es soll in etwa einem Jahr erscheinen, aber Microsoft möchte es jetzt schon erstmals zeigen, um Nutzer und Entwickler – nach eigenen Worten – «zu inspirieren».

Diese nächste Kategorie heisst «Surface Neo», basiert auf einem neuen Intel «Lakefield»-Chip – und ist in der Mitte faltbar. Es hat einen Stift und auch eine ausklappbare, ultraflache Tastatur. Es scheint, als würden wir endlich unser lange ersehntes – und bereits totgeglaubtes – «Courier» bekommen!

Die technischen Eckdaten: Jede Bildschirm-Seite ist 5,3 Millimeter dünn, das gesamte Gerät wiegt 655 Gramm und ist rundherum mit Gorilla Glas eingefasst.

Surface Neo läuft auf einer neuen Variante von Windows 10, das für den Einsatz auf dualen Screens ausgelegt ist. «Windows 10X» nennt sich das neue Betriebssystem, das spezifisch für Geräte wie das Surface Neo entwickelt wurde: Mit Tipp- und Wischgesten lässt sich dabei zwischen Multitasking und vergrösserter Darstellung von einzelnen Apps hin- und herwechseln. Beim Klick auf den Link in einem E-Mail beispielsweise öffnet sich der Browser auf dem anderen Bildschirm.

Microsoft Surface Neo Dual Screen Apps

Doppelter Bildschirm – mehr Multitasking. Das «Surface Neo» läuft auf einer speziellen Version von Windows 10.

Eindrücklich ist auch, wie nahtlos sich das Keyboard einsetzen lässt. Sobald die Tastatur von unter dem Bildschirm auf den einen Screen geklappt wird, wechselt die Software auf «Tastatur-Input». Dabei erscheint die «Wonder-Bar», eine grössere Vatiante der «Touchbar» auf den MacBooks von Apple. Das Betriebssystem reagiert flexibel darauf, wo die Tastatur platziert ist. Je nachdem ist die verbleibene Fläche auf dem unteren Screen eine erweiterte «Touchbar» – oder fungiert als Trackpad. Die Funktion sieht auf den ersten Blick sehr ausgeklügelt aus.

One (more) – more – Thing: Smartphone Microsoft Surface Duo

Und als Extra-Zückerchen zum Schluss zeigt Panay auch noch das «Microsoft Surface Duo»: Wie ein «Surface Neo», einfach in klein.

Ist es ein Smartphone? Ist es ein Tablet? Panay meint: «Es ist ein Surface». Dünn, weiss, aus viel Glas: Ja, es sieht hübsch aus. Es besteht aus zwei 5,6”-Zoll-Displays, die in der Mitte durch ein Scharnier miteinander verbunden sind.

Microsoft Surface Duo Smartphone

Das «Surface Duo» ist ein Smartphone, soll aber auch ein produktives Gerät sein. Deshalb die zwei Bildschirme und die Stift-Unterstützung.

Eine angekündigte Partnerschaft mit Google bedeutet, dass das Surface Duo auf Android basiert und somit Apps aus dem Google Play Store zulässt. Das Gerät im neuartigen Formfaktor soll besonders Produktiv sein: «Zwei Bildschirme sind viel produktiver als nur einer», meint der Microsoft-Manager. Im kurzen Enthüllungsvideo ist auch sichtbar, dass die Bildschirme auf eine Stifteingabe reagieren.

Auch das Surface Duo soll im Herbst 2020 erscheinen. Und Panay bekräftigt nochmal: «Wir können kaum erwarten zu sehen, was ihr mit zwei Bildschirmen alles anstellt.»

Wer den gesamten Event von Microsoft nochmal in Ruhe anschauen will, findet hier eingebettet den Stream:

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Kevin Kyburz

Kevin Kyburz

Kevin Kyburz gehört zu der Generation Y, welche mit einem Windows 95 Computer und der ersten PlayStation aufgewachsen sind. Seit seiner Entdeckung des Internets gibt es keine Grenzen mehr.

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