Künstliche Intelligenz kreiert Gesichter von nicht-existenten Menschen

Der Software-Entwickler Phillip Wang hat eine Website ins Netz gestellt, die bei jedem Aufruf ein neues Gesicht anzeigt – von Menschen, die es gar nicht gibt. Möglich macht das die Künstliche Intelligenz im Hintergrund.

Noch nicht ganz perfekt

Die Gesichter, die man auf Wangs Website «ThisPersonDoesNotExist» angezeigt bekommt, weisen teilweise noch fehlerhafte Stellen auf. Das fällt zum Beispiel häufig bei den Ohren auf, deren Ausformungen mitunter sehr unrealistisch wirken. Auch Licht-Reflektionen scheinen ein Problem darzustellen. Trotzdem muss man sagen, dass die Gesichter in der Regel echt aussehen. Aber das sind sie nicht.
Die Software, die Phillip Wang für seine Gesichtskreationen nutzt, stammt eigentlich von einer Forschergruppe der Firma Nvidia, die vielen als Hersteller von Grafikkarten bekannt ist. Auf Github wurde die Software des Gesichtsgenerators mit dem Namen StyleGAN veröffentlicht. Die Abkürzung GAN steht für Generative Adversarial Networks (auf Deutsch: generativ-gegensätzliche Netzwerke). Sie sind das Herzstück der Software. Erfunden wurden die GAN aber von Ian Goodfellow im Jahr 2014.

Generative Adversarial Networks

Bei den GAN seien im Grunde zwei neuronale Netzwerke aktiv, wie in einem von Wang empfohlenen Artikel der Website «LyrnAI» erklärt wird. Ein neuronales Netzwerk, der sogenannte Generator, produziere gefakte Bilder, und ein zweites Netzwerk beurteile, ob die Generator-Bilder echt seien oder nicht. Auch tatsächlich echte Bilder, die aus dem ursprünglichen Trainingsdatensatz stammten, würden von der Kontrolleinheit bewertet. Durch Feedback an den Generator lerne dieser dazu und generiere mit der Zeit immer realere Bilder. Da auch das Kontroll-Netzwerk immer besser darin werde, echt von unecht zu unterscheiden, werde es für den Generator immer schwieriger, seine gefakten Bilder als echt zu verkaufen.
Im Grunde könne man mit StyleGAN auch gefakte Fotos von Katzen, Autos und Schlafzimmern produzieren, wie Wang in dem Facebook-Post verrät, in welchem er seine Fake-Gesichts-Website vorstellt. Da Gesichter am hervorstechendsten seien und Wang auf die Möglichkeiten der neuen Technologie aufmerksam machen wollte, hätte er sich als Vorführobjekt jedoch das menschliche Antlitz ausgesucht.


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Kevin Kyburz

Kevin Kyburz ist seit einem Jahrzehnt als Blogger unterwegs und darf seine Meinung zu aktuellen Tech-Themen auch mal im Radio oder in Tageszeitungen unterbringen. Als ehemaliger Kolumnist für eine grosse Pendlerzeitung hat er ein Gespür für technische Fragen von Lesern entwickelt und versucht diese so gut wie möglich zu klären. Wenn er nicht gerade mit Technik beschäftigt ist, widmet er sich der Natur und der Fotografie.

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