Geburtstag des World Wide Web – Das Internet wird 30 Jahre alt

Drei Jahrzehnte ist es jetzt her, dass Tim Berners-Lee das Internet erfand. Eigentlich hatte er nur einen Vorschlag zur Verbesserung des Informations-Managements an seinem damaligen Arbeitsplatz dem Kernforschungszentrum CERN unterbreitet. Daraus entstand das World Wide Web, das heute von fast vier Milliarden Menschen genutzt wird.

Gründe für Funktionsstörungen im Web

In einem offenen Brief gibt Berners-Lee Denkanstösse, wie man das Internet so verändern könne, dass es allen Menschen diene. Der Internet-Erfinder stellt den Vorteilen auch die Nachteile der weltweiten Vernetzung gegenüber: «[…] während das Web Möglichkeiten geschaffen, marginalisierten Gruppen eine Stimme gegeben und unser tägliches Leben erleichtert hat, hat es auch Gelegenheiten für Betrüger geschaffen, hat denen eine Stimme gegeben, die Hass verbreiten und erleichtert die Begehung jeder Art von Verbrechen.»
Berners-Lee hat drei Haupt-Ursachen identifiziert, die für Funktionsstörungen im Internet verantwortlich seien:

  • Vorsätzlich böswillige Absichten: Dazu gehören zum Beispiel die von Staaten geförderten Cyberattacken, die Handlungen von kriminellen Personen und das Belästigen von Nutzern.
  • Pervertiertes Belohnungssystem: Beispielhaft nennt Berners-Lee hier die werbebasierten Umsatzmodelle, bei denen ein Anreiz zur Fehlinformation geschaffen wird, um über Clickbait und virale Verbreitung viele Besucher auf seine Seiten zu locken.
  • Unbeabsichtigte negative Folgen: Zum einen hat das Internet dazu beigetragen, dass sich viele Menschen an der Diskussion über unendlich viele Themen beteiligen. Zum anderen führt das aber teilweise zu einer Empörung und Polarisierung, die die Qualität des Online-Diskurses gefährdet.

Appell an die Regierungen, Unternehmen und Nutzer

Berners-Lee sagt auch, was zu tun sei, um den Erhalt des Internets zu gewährleisten. Regierungen müssten die Gesetze an die digitale Zeit anpassen, für einen fairen Wettbewerb im Netz sorgen und auch im Internet die Rechte der Bürger schützen.
Unternehmen ermahnt er, dass deren «Streben nach kurzfristigem Gewinn nicht auf Kosten von Menschenrechten, Demokratie, wissenschaftlichen Fakten oder der öffentlichen Sicherheit» erfolgen dürfe. Nicht nur für den Schutz der Privatspähre müssten sich die Plattformen einsetzen, sondern auch für Vielfalt und Sicherheit.
Die Bürger fordert Berners-Lee auf, die Erfüllung von Versprechen, die Unternehmen und Politiker gemacht haben, einzufordern.


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Kevin Kyburz

Kevin Kyburz ist seit einem Jahrzehnt als Blogger unterwegs und darf seine Meinung zu aktuellen Tech-Themen auch mal im Radio oder in Tageszeitungen unterbringen. Als ehemaliger Kolumnist für eine grosse Pendlerzeitung hat er ein Gespür für technische Fragen von Lesern entwickelt und versucht diese so gut wie möglich zu klären. Wenn er nicht gerade mit Technik beschäftigt ist, widmet er sich der Natur und der Fotografie.

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