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Das iPhone 15 im Test – Das wohl beste iPhone Upgrade

iPhone 15 von Apple in weiss

Seit den Tagen, in denen Apple mit einer einzigen Keynote eine ganze Branche im Handstreich revolutionierte, sind bis zum aktuellen iPhone 15 mittlerweile ein paar Jahre ins Tech-Land gezogen. Waren die Kalifornier damals mit einem völlig neuen Verständnis von Mobiltelefonen unangefochtener Branchenprimus und Vorreiter, hat die Konkurrenz seither nachgezogen.  

Trotzdem – oder vielleicht auch genau deswegen – schaut die Tech-Welt jedes Jahr gebannt nach Cupertino, wenn meist im September das aktuelle Modell präsentiert wird. 

Sanfte Evolution oder das nächste grosse Ding? Diese Frage begleitet jede neue Generation. Waren zwischen den ersten Baureihen technologische Quantensprünge Standard, fallen die Innovationen mittlerweile dezenter aus. Apple versteht es dennoch wie kaum ein anderes Unternehmen, alljährlich ein in den meisten Belangen stimmiges Gesamtprodukt mit sinnvollen Verbesserungen zu garnieren und ohne grosse Kinderkrankheiten zu vermarkten. 

Das iPhone 15 verbannt sogar die von Apple-Enthusiasten zuverlässig verteufelte Notch ins digitale Nirgendwo und ersetzt sie mit der klangvollen Dynamic Island. Und sorgt mit dem Umstieg auf USB-C dafür, dass Apple-User mit ihrem Lightning-Anschluss nicht länger auf einer einsamen Ladeinsel bleiben. 

Aber wie schlägt sich das iPhone 15 in technischer Hinsicht? Konsequente Weiterentwicklung oder Stillstand? Und wie schnell sind Apples hauseigene Chips tatsächlich? Ich habe das neueste Modell in der Praxis auf das digitale Herz und Nieren getestet. 

Technische Spezifikationen 

Schneller und leistungsfähiger – ohne grosse Überraschungen. So lassen sich die technischen Daten des iPhone 15 zusammenfassen. Wichtigste Neuerung: Das Standard-Modell läuft jetzt auf Basis von Apples A16-Chip, der bisher nur in den vorherigen Pro-Varianten zu finden war.

Die Folge: Deutlich bessere Leistungsdaten und eine perfekte Abstimmung mit den anderen Komponenten. 

  • Masse und Gewicht: 147,6 × 71,6 × 7,8 Millimeter, 171 Gramm  
  • Display: 6,1 Zoll LTPO OLED, 60 Hz, 1.179 × 2.556 Pixel, Ceramic Shield Glass, 1.000 Nits HBM, 2.000 nits peak, Dolby Vision, HDR10 
  • Kamera:  
  • 48 MP Hauptkamera: f/1.6, 26 mm, 1.0 µm, PDAF, OIS  
  • 12 MP Weitwinkel: f/2.4, 13 mm,  
  • Video: 4K@60fps / 1080p@240fps  
  • Selfie-Kamera: 12 MP, f/1.9, 23 mm, 1/3.6″, PDAF, 4K@60fps, 1080p@120fps  
  • Prozessor: Apple A16 Bionic (4 nm) 
  • Speicher: 6/128 GB, 6/256 GB, 6/512 GB; NVMe  
  • Akku: 3.349 mAh, 20 Watt Charging, 15 Watt MagSafe-Charging, 7,5 Watt Wireless Qi-Charging
  • Software: iOS 17  
  • Sonstiges: NFC, Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac/6, Bluetooth 5.3, Single-SIM + eSIM, USB-C-Port, Wasserschutz IP68, Satelliten-SOS  
  • Farben: Pink, Gelb, Grün, Blau, Schwarz  
  • Preis: ab CHF 849.– 

Nächstes Leistungslevel oder schicker Stillstand? Vor- und Nachteile des iPhone 15 

Der Countdown zum neuesten Apple-Familienmitglied ist abgelaufen und das iPhone 15 hat die Bühne betreten. Wie gut es tatsächlich ist, zeigt sich aber erst im harten Praxisalltag abseits der gewohnt wortgewaltigen Produktpräsentationen. Diese Dinge sind mir dabei besonders aufgefallen: 

Pro – Was das iPhone 15 rockt: 

  • Kameras, die den Profis Konkurrenz machen: Die Kameras des iPhone 15 sind mehr als nur beeindruckend. Mit ihrem fortschrittlichen Night-Mode und den 8K-Videoaufnahmen stellen sie selbst manche Profi-Kameras in den Schatten. Egal, ob du ein Selfie-Addict oder ein Hobby-Fotograf bist – das iPhone 15 lässt dich nicht hängen. 
  • Leistungsstarker A16-Chip: Das iPhone 15 ist mit einem flotten A16-Chip ausgestattet, der vorher nur in Pro-Modellen zu finden war. Mit diesem Kraftpaket in deiner Tasche kannst du jedes Spiel spielen, jede App öffnen und Multitasking mit Leichtigkeit bewältigen. Für die meisten aktuellen Anwendungen bist du damit sogar eher übermotorisiert. 
  • Längere Akkulaufzeit: Der neue Chip ist zusätzlich deutlich sparsamer. Endlich musst du dir keine Sorgen mehr um den Batteriestand machen. Das iPhone 15 bietet eine längere Akkulaufzeit als seine Vorgänger, sodass du den ganzen Tag ohne ständiges Aufladen auskommst. 
  • USB-C: Der Umstieg nach EU-Verordnung war zwar nicht ganz freiwillig, aber mit USB-C-Anschluss passt sich Apple endlich den anderen Herstellern an.  
  • Glanzvolles Design: Apple ist für sein schickes Design bekannt und das iPhone 15 ist keine Ausnahme. Billiges Plastik suchst du hier wieder vergeblich. Mit seinem atemberaubenden, randlosen Display und den Premium-Materialien ist es ein echter Hingucker.  

Contra – Wo das iPhone 15 strauchelt: 

  • Beschränkung auf 60 Hertz: Apple bleibt bei seiner fast schon traditionellen Bildwiederholfrequenz – obwohl das hochwertige iPhone-Display im Test deutlich mehr leisten könnte und deutlich günstigere Smartphones längst auf 120 Hz setzen. Hier wäre deutlich mehr drin – und manche Anwendung wirkt so holpriger, als sie sein müsste. 
  • Nur USB-2-Standard: Auch wenn USB-C für Apple-Geräte recht neu ist, nutzen die Ingenieure dennoch den älteren USB-2-Standard – was die Datenübertragungsrate per Kabel deutlich mindert. Der grösste Vorteil für Nutzer dürfte aber sowieso in den grösseren Ladeoptionen liegen. 
  • Kein Always On: Bei Apples Uhren längst etablierter Standard, warten iPhone-User immer noch auf ein Always On-Display. 

USB-C – Apples Umstieg auf den Standard 

Apple hat vielleicht unfreiwillig auf den USB-C-Anschluss umgestellt, aber dieser Wechsel wird von vielen mit mehr als offenen Armen empfangen. Eine kleine Enttäuschung ist jedoch, dass das iPhone 15 lediglich den USB-2-Standard für die Datenübertragung verwendet, was die Geschwindigkeit merklich dämpft. 

Doch für die überwiegende Mehrheit der iPhone-Nutzer sind die wahren Vorzüge des USB-C-Anschlusses anderswo zu finden. Jeder, der wie ich regelmässig sein Ladekabel zuhause vergisst, wird es künftig deutlich einfacher haben, unterwegs ein passendes Ladekabel auszuleihen.

Mehr Vielfalt beim Zubehör 

Durch den Lightning-Anschluss hatte die Zubehörwelt für iPhones immer etwas minimal Elitäres. Equipment brauchte nicht nur die entsprechende MFI-Zertifizierung von Apple, sondern mussten dementsprechend auch speziell für iPhones entwickelt werden. Da die Zahl der Smartphones, die bereits länger auf USB-C setzen, deutlich grösser ist, war auch die Auswahl an Zubehör umfangreicher – und meist günstiger. 

Mit dem Umstieg kommen auch Apple-User in den Genuss dieser Vielfalt. Zusätzlich verzichtet Apple künftig offenbar auf die Zertifizierung, was die Kosten für entsprechendes Zubehör ebenfalls drücken dürfte. 

Die Kamera

Apple hat den Turbo gezündet und die Hauptkamera des iPhone 15 auf beeindruckende 48 Megapixel hochgerüstet. Zudem kommt die Pixel-Binning-Technologie ins Spiel. Dabei werden 4 oder 2 Pixel zu einem grösseren Pixel zusammengeführt, was vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen zu einer höheren Lichtaufnahme führen soll. 

Deine Fotos werden weiterhin standardmässig mit 12 Megapixel abgespeichert. Du hast jetzt aber die Wahl: Du kannst deine Bilder dauerhaft mit 24 Megapixel speichern oder, wenn du höhere Qualität willst, die volle Auflösung von 48 Megapixel für einzelne Aufnahmen nutzen.  

Ansonsten überzeugt die Kamera gewohnt hochwertigen Ergebnissen. Der fortschrittliche Night-Modus liefert auch abends beeindruckende Bilder und die Fähigkeit, 8K-Videos mit beeindruckender Detailtreue aufzunehmen, macht dieses Smartphone sogar für einige High-End-Kameras zur ernsthaften Konkurrenz. 

Noch mehr Kamera-Power findest du nur im iPhone 15 Pro Max. 

Reif für die Insel? Dynamic Island 

Seit dem iPhone X ist die Notch fester Bestandteil der Apple-Displays – und wird von Design-Puristen zuverlässig verteufelt. Mit dem iPhone 15 wird sie von der Dynamic Island ersetzt.

Was nach energiegeladenem Sommerurlaub klingt, hat im Test tatsächlich einige handfeste Vorteile. Denn war die Notch noch ein stilisiertes Kameraloch, ist die Dynamic Island wirklich interaktiv. Je nach genutzter App und Anwendungsfall verwandelt sich die schwarze Insel in ein Bedienfeld, auf dem zusätzliche Informationen und Funktionen zur Verfügung stehen.

Du kannst einen Timer einstellen, die aktuelle Musikwiedergabe kontrollieren oder sogar den Live-Score deines Lieblingsvereins verfolgen. Damit schafft es Apple, diesen Teil des Displays endlich mit einer sinnvollen Funktion zu bereichern. Die Notch war schliesslich vor allem eins: überflüssig. 

Fazit: Das iPhone 15 – Sinnvolle Innovationen und konsequente Weiterentwicklung 

Wer schon länger Apple-Geräte nutzt, wird das Phänomen kennen: Selbst ein komplett neues Gerät wie das iPhone 15 fühlt sich schon nach kürzester Zeit vertraut an. Fast so, als würde man es seit Jahren in der Hosentasche tragen. 

Denn Apple ergänzt sein bewährtes Smartphone-Konzept in aller Regel um nuancierte Funktionserweiterungen und fortschrittlichere Komponenten, ohne dabei bewährte Gewissheiten über Bord zu werfen. Das sorgt dafür, dass die besonders intuitive Nutzung der iPhones erhalten bleibt. Übrigens, auch beim iPhone 15 Plus oder 15 Pro Max. 

Und genau diese Erwartung hat das iPhone 15 im Test auch erfüllt. Mit einer beeindruckenden 48-Megapixel-Kamera, unterstützt durch die clevere Pixel-Binning-Technologie, setzt es neue Massstäbe in der Smartphone-Fotografie. Dies ermöglicht atemberaubende Aufnahmen, selbst unter schwierigen Lichtbedingungen. 

Die Einführung des Dynamic Island, eines interaktiven Bedienfelds rund um das Kameraloch, verleiht dem iPhone 15 nicht nur einen modernen Look, sondern revolutioniert auch das Bedienkonzept und verabschiedet die ungeliebte Notch mit einem leisen Servus. 

Die Umstellung auf den USB-C-Anschluss erweitert die Auswahl an Zubehör und beseitigt die Einschränkungen von „Made For iPhone“-zertifizierten Accessoires. 

Insgesamt ist das iPhone 15 eine gewohnt sichere Bank. Es enthält keine bahnbrechenden Überraschungen, aber es zeigt, dass Innovation und Benutzerfreundlichkeit Hand in Hand gehen können. Apple hat erneut bewiesen, dass es die Fähigkeit besitzt, neue Technologien sinnvoll in ein bestehendes Gesamtkonzept zu integrieren.

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Kevin Kyburz

Kevin Kyburz ist seit einem Jahrzehnt als Blogger unterwegs und darf seine Meinung zu aktuellen Tech-Themen auch mal im Radio oder in Tageszeitungen unterbringen. Als ehemaliger Kolumnist für eine grosse Pendlerzeitung hat er ein Gespür für technische Fragen von Lesern entwickelt und versucht diese so gut wie möglich zu klären. Wenn er nicht gerade mit Technik beschäftigt ist, widmet er sich der Natur und der Fotografie.

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